Die Entscheidung, eine Erziehungsstelle zu werden, wirft viele Fragen auf. Leider kursieren zahlreiche Missverständnisse darüber, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen. In diesem Beitrag klären wir drei häufige Mythen auf!
Mythos 1: Ich muss eine pädagogische Ausbildung haben, um Erziehungsstelle zu werden.
Nein, eine pädagogische Ausbildung ist nicht zwingend erforderlich. Entscheidend sind persönliche Eignung, Stabilität und eine offene Haltung gegenüber einem Pflegekind.
Wer keine fachliche Ausbildung hat, kann dennoch Erziehungsstelle werden, sofern er oder sie entsprechende Fortbildungen absolviert oder über einschlägige Erfahrungen im Umgang mit Kindern verfügt. Auch eine langjährige Berufserfahrung in sozialen oder pädagogischen Bereichen kann positiv berücksichtigt werden.
Wichtig: Die Eignungsprüfung erfolgt individuell – nicht jede Erziehungsstelle muss ausgebildete Erzieher:in oder Sozialpädagoge:in sein!
Mythos 2: Ein eigenes Zimer ist zwingend erfolderlich
Ein eigenes Kinderzimmer ist nicht in allen Fällen vorgeschrieben. in Nordrhein-Westfalen wird beispielsweise geprüft, ob das Kind genügend Platz und Rückzugsmöglichkeiten hat.
Ein eigenes Zimmer kann für die Entwicklung des Kindes sinnvoll sein, ist aber keine feste gesetzliche Bedingung. Gerade in den ersten Monaten kann es auch vorkommen und sinnvoll sein, dass ein Kind zunächst im Schlafzimmer der Erziehungsstelle schläft. Entscheidend ist, dass die Wohnsituation stabil und kindgerecht ist.
Mythos 3: Ich darf als Erziehungsstelle keine eigenen Kinder haben.
Eigene Kinder sind kein Ausschlusskriterium. Viele Erziehungsstellen haben eigene Kinder, was sogar von Vorteil sein kann: Das Pflegekind profitiert von einem familiären Umfeld und hat möglicherweise leichteren Zugang zu anderen Kindern.
Natürlich wird im Vorfeld geprüft, ob die eigene Familie gut auf die Aufnahme eines weiteren Kindes vorbereitet ist. Dabei geht es nicht um „ja oder nein“, sondern um die individuelle Einschätzung, ob die bestehende familiäre Struktur förderlich für das Pflegekind sein kann.
Fazit: Voraussetzungen für Erziehungsstellen sind individueller als oft gedacht!
Viele Menschen können Erziehungsstelle werden, auch ohne pädagogische Ausbildung oder perfekte Wohnbedingungen. Was wirklich zählt, sind Persönlichkeit, Engagement und eine stabile Lebenssituation.
Wenn Sie sich für die Aufgabe als Erziehungsstelle interessieren, stehen wir Ihnen gerne beratend zur Seite.
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